
Atemregulation
Burnout und Atmung: Welche Rolle die Atmung bei der Erholung spielt
Burnout ist ein Zustand anhaltender körperlicher und emotionaler Erschöpfung, der sich über Monate oder Jahre chronischer Überlastung aufbaut. Anders als bei kurzfristigem Stress ist bei Burnout meist das gesamte Nervensystem betroffen, einschließlich der Atmung, die bei vielen Betroffenen chronisch flach und angespannt geworden ist.
Warum die Atmung bei Burnout mit betroffen ist
Über Jahre andauernder Stress verändert das Atemmuster schleichend: Die Atmung wird flacher, schneller und verlagert sich in den oberen Brustkorb statt in den Bauch. Dieses Muster bleibt oft auch dann bestehen, wenn die äußere Stresssituation sich bereits verändert hat, weil sich der Körper an den angespannten Zustand gewöhnt hat. Mehr zum Grundmechanismus im Artikel Warum weniger Atmen mehr ist.
Was Atemarbeit im Erholungsprozess leisten kann
Gezielte Atemarbeit kann helfen, dieses eingefahrene Muster Schritt für Schritt wieder zu verändern, angefangen bei der Grundlage: einer funktionierenden Zwerchfellatmung, siehe Zwerchfellatmung lernen. Darauf aufbauend unterstützen regelmäßige Regulationsübungen wie kohärentes Atmen dabei, das Nervensystem wieder in einen ruhigeren Grundzustand zu bringen.
Ein realistischer Zeitrahmen
Anders als bei akutem Stress, wo einzelne Atemübungen oft schnelle Linderung bringen, braucht die Erholung von Burnout deutlich mehr Zeit. Regelmäßiges, tägliches Üben über Wochen und Monate zeigt hier spürbar bessere Ergebnisse als sporadisches Üben nur in besonders schlechten Momenten.
Burnout-Prävention statt nur Erholung
Noch wirksamer als Atemarbeit im akuten Erschöpfungszustand ist ihr Einsatz zur Prävention, also bevor sich ein Burnout überhaupt vollständig ausbildet. Regelmäßige kurze Regulationsübungen im Alltag, kombiniert mit einer bewussteren Work-Life-Balance und realistischen Grenzen bei der eigenen Belastbarkeit, senken das Risiko deutlich, überhaupt in diesen Zustand zu geraten. Wer merkt, dass die eigene Erholung im Alltag zu kurz kommt, sollte diesen Punkt genauso ernst nehmen wie die Arbeitsbelastung selbst.
Wenn du dich in einer erschöpften, überlasteten Phase befindest und einen strukturierten Weg zurück zu mehr Regulation suchst, ist eine Einzelsession ein guter, persönlich zugeschnittener Ausgangspunkt.
Häufige Fragen
Was unterscheidet Burnout von kurzfristigem Stress?
Burnout ist ein Zustand anhaltender körperlicher und emotionaler Erschöpfung, der sich über Monate oder Jahre chronischer Überlastung aufbaut. Anders als bei kurzfristigem Stress ist meist das gesamte Nervensystem betroffen, einschließlich der Atmung.
Wie verändert langanhaltender Stress das Atemmuster?
Die Atmung wird schleichend flacher, schneller und verlagert sich in den oberen Brustkorb statt in den Bauch. Dieses Muster bleibt oft auch dann bestehen, wenn sich die äußere Stresssituation bereits verändert hat, weil sich der Körper an den angespannten Zustand gewöhnt hat.
Dieser Artikel ordnet allgemein verfügbares Wissen ein und ersetzt keine individuelle ärztliche oder therapeutische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder vor Beginn einer neuen Atempraxis sprich im Zweifel mit deinem Arzt/deiner Ärztin oder deinem Therapeuten/deiner Therapeutin.

Über den Autor
Nils Hammann
Breathwork-Coach aus Bielefeld. Zeigt dir, wie du über deinen Atem dein Nervensystem beruhigst und steuerst.
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