
Atemfunktion
Atemblockaden lösen: Warum dein Atem manchmal nicht frei fließt
Manche Menschen berichten, dass sich ihr Atem "nicht richtig frei" anfühlt, als würde er an einer bestimmten Stelle im Körper hängen bleiben oder nicht ganz durchkommen. Dieses Gefühl hat meist eine sehr konkrete körperliche Grundlage: chronisch angespannte Atemmuskulatur.
Wie Atemblockaden entstehen
An der Atmung sind deutlich mehr Muskeln beteiligt, als den meisten Menschen bewusst ist: das Zwerchfell, die Zwischenrippenmuskulatur, die Bauchmuskulatur, sowie Hilfsmuskeln im Nacken- und Schulterbereich. Wird ein Teil dieser Muskulatur über längere Zeit chronisch angespannt, etwa durch Stress, eine eingeschränkte Sitzhaltung oder alte muskuläre Schutzreflexe, kann sich der Atem an genau dieser Stelle blockiert anfühlen. Häufig betroffen sind der obere Brustkorb, die seitlichen Rippenbögen und der Bereich zwischen Zwerchfell und Bauchdecke.
Woran du eine Blockade erkennst
Typische Anzeichen sind ein Atem, der sich flach oder "kurz" anfühlt, auch wenn du versuchst, tief einzuatmen. Ein Engegefühl im Brustkorb ohne körperliche Ursache. Das Gefühl, nicht ganz durchatmen zu können, obwohl medizinisch nichts dagegenspricht. Oder eine ungleichmäßige Bewegung des Brustkorbs, etwa wenn eine Seite sich sichtbar weniger bewegt als die andere.
Wie du Atemblockaden Schritt für Schritt löst
Der erste Schritt ist, die Zwerchfellatmung als Grundlage sicher zu beherrschen, siehe Zwerchfellatmung lernen. Darauf aufbauend hilft gezieltes Dehnen und Mobilisieren des Brustkorbs, etwa mit seitlichen Rumpfdehnungen oder sanften Drehbewegungen der Wirbelsäule, verbunden mit bewusster Atmung in die jeweils gedehnte Körperseite.
Eine weitere wirksame Übung: Leg beide Hände seitlich an die untersten Rippen und versuche, beim Einatmen bewusst gegen die Hände zu atmen, sodass sich der Brustkorb seitlich weitet. Das trainiert die oft vernachlässigte seitliche Atembewegung und kann helfen, festsitzende Spannung zu lösen.
Bei hartnäckigen Blockaden lohnt sich zusätzlich ein Blick auf emotionale Faktoren: Chronische Anspannung in der Atemmuskulatur steht häufig im Zusammenhang mit altem, unverarbeitetem Stress oder Anspannungsmustern, die sich körperlich festgesetzt haben, mehr dazu in den Artikeln Emotionen im Körper lösen und Trauma und Atmung. Für eine individuelle Einschätzung und Begleitung ist eine Einzelsession der beste erste Schritt.
Häufige Fragen
Was steckt hinter dem Gefühl, nicht frei atmen zu können?
Meist eine sehr konkrete körperliche Grundlage: chronisch angespannte Atemmuskulatur. Der Atem fühlt sich dann an, als bliebe er an einer bestimmten Stelle im Körper hängen.
Welche Muskeln sind an der Atmung beteiligt?
Deutlich mehr, als den meisten bewusst ist: das Zwerchfell, die Zwischenrippenmuskulatur, die Bauchmuskulatur sowie Hilfsmuskeln im Nacken- und Schulterbereich.
Wo treten Atemblockaden am häufigsten auf?
Häufig betroffen sind der obere Brustkorb, die seitlichen Rippenbögen und der Bereich zwischen Zwerchfell und Bauchdecke. Auslöser sind meist Stress, eine eingeschränkte Sitzhaltung oder alte muskuläre Schutzreflexe.
Dieser Artikel ordnet allgemein verfügbares Wissen ein und ersetzt keine individuelle ärztliche oder therapeutische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder vor Beginn einer neuen Atempraxis sprich im Zweifel mit deinem Arzt/deiner Ärztin oder deinem Therapeuten/deiner Therapeutin.

Über den Autor
Nils Hammann
Breathwork-Coach aus Bielefeld. Zeigt dir, wie dein Atem wirklich funktioniert – und wie du ihn gezielt einsetzt.
Mehr über Nils →Nächster Schritt
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