Lippenbremse: Eine einfache Atemtechnik zur Beruhigung

Atemfunktion

Lippenbremse: Eine einfache Atemtechnik zur Beruhigung

← Blog· Atemfunktion· 17. Juni 2026· 6 Min. Lesezeit· Nils Hammann

Die Lippenbremse ist eine einfache Atemtechnik mit verlängerter, dosierter Ausatmung. Sie ist unter anderem aus der Atemphysiotherapie bekannt und wird dort als eine von mehreren begleitenden Techniken gelehrt; unabhängig davon wird sie auch als allgemeine Beruhigungstechnik genutzt.

Wie die Lippenbremse funktioniert

Atme normal durch die Nase ein. Beim Ausatmen presst du die Lippen locker aufeinander, so als würdest du eine Kerze sanft anpusten, und lässt die Luft langsam und mit leichtem Widerstand durch den schmalen Spalt zwischen den Lippen entweichen. Die Ausatmung sollte dabei deutlich länger dauern als die Einatmung, ganz ohne Kraftaufwand oder Pressen.

Der Mechanismus dahinter

Der leichte Widerstand durch die zusammengepressten Lippen baut einen kleinen Gegendruck in den Atemwegen auf. In der Atemphysiotherapie-Literatur wird beschrieben, dass dieser Gegendruck bei Menschen mit verengten oder instabilen Atemwegen die Atemwege während der Ausatmung offener halten kann.

Die Kutschersitz-Haltung als Ergänzung

In der Atemphysiotherapie wird die Lippenbremse häufig gemeinsam mit dem sogenannten Kutschersitz gelehrt: nach vorne gebeugt sitzen, die Unterarme auf den Oberschenkeln abstützen, Schultern und Nacken bewusst entspannen. Diese Haltung entlastet die Atemhilfsmuskulatur zusätzlich.

Als allgemeine Beruhigungstechnik

Unabhängig von Atemwegserkrankungen wirkt die Lippenbremse beruhigend, weil die verlängerte, kontrollierte Ausatmung denselben vagalen Mechanismus anspricht wie andere Techniken mit verlängerter Ausatmung, siehe Vagusnerv aktivieren durch Atmung. In diesem allgemeinen Sinn eignet sie sich als Beruhigungstechnik bei körperlicher Anstrengung, etwa nach dem Treppensteigen, oder in stressigen Momenten des Alltags.

Häufige Fragen

Wie funktioniert die Lippenbremse?

Normal durch die Nase einatmen. Beim Ausatmen die Lippen locker aufeinanderpressen, so als würde man eine Kerze sanft anpusten, und die Luft langsam mit leichtem Widerstand durch den schmalen Spalt entweichen lassen. Die Ausatmung sollte deutlich länger dauern als die Einatmung, ganz ohne Kraftaufwand oder Pressen.

Woher stammt die Technik?

Sie ist unter anderem aus der Atemphysiotherapie bekannt und wird dort als eine von mehreren begleitenden Techniken gelehrt. Unabhängig davon wird sie auch als allgemeine Beruhigungstechnik genutzt.

Dieser Artikel ordnet allgemein verfügbares Wissen ein und ersetzt keine individuelle ärztliche oder therapeutische Beratung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder vor Beginn einer neuen Atempraxis sprich im Zweifel mit deinem Arzt/deiner Ärztin oder deinem Therapeuten/deiner Therapeutin.

Nils Hammann

Über den Autor

Nils Hammann

Breathwork-Coach aus Bielefeld. Zeigt dir, wie dein Atem wirklich funktioniert – und wie du ihn gezielt einsetzt.

Mehr über Nils →

Nächster Schritt

Theorie ist gut. Erleben ist besser.

Wenn du spüren willst, was du gerade gelesen hast: im kostenfreien Live-Webinar zeige ich dir die drei Säulen von Breathwork direkt zum Mitmachen.